#047 Muh-dernste Technik: Mehr Effizienz dank Sensoren?

Shownotes

Hightech im Kuhstall? Aber klar doch! In dieser Folge StadtLandKuh besucht Timo Landwirtin Marike und taucht ein in die Welt der Sensortechnik. Von smarten Halsbändern bis zu Apps, die Bewegung und Wohlbefinden der Kühe tracken – heute dreht sich alles darum, wie Technologie das Leben auf dem Hof erleichtert.

Unter anderem erfahrt ihr, wie die Sensoren Krankheiten erkennen können, bevor die Kühe selbst davon wissen; warum das nicht nur für Landwirte, sondern auch für die Umwelt ein echter Gewinn ist und welche Vorteile Sensortechnik für die Effizienz in der Milchproduktion haben kann. Marike und Timo blicken auch in die Zukunft der Technologie, welchen Einfluss das große Thema "KI" darauf hat - und wann man endlich Kuhgedanken lesen kann. Und ganz am Rande legt sich Timo noch mit einem frechen Futterschieber an und macht sich über kultige Kuhnamen lustig… Ihr merkt: Viel Neues, aber irgendwie doch alles beim Alten. Viel Spaß mit der Folge!

Transkript anzeigen

00:00:00: [Musik]

00:00:07: Na ihr und herzlich willkommen zurück bei Stadt Landku.

00:00:11: Im zweiten Teil meines großen Ostfriesland Dreiteilers.

00:00:15: Heute bin ich unterwegs, um mich mit modernster Technik zu beschäftigen.

00:00:19: Zumindest weiß ich, dass mich irgendwas mit Sensoren erwartet.

00:00:24: Was das ist und was das kann, werde ich noch rausfinden.

00:00:28: Erster Schritt, mich gewohnt charmant auf dem Hof vorstellen.

00:00:31: Hier ist heute eine Frau neben mir, die Marike heißt.

00:00:36: Ja, genau.

00:00:37: Weiter bin ich gar nicht vorbereitet.

00:00:39: Ich bin auf einem Hof, der in Ostfriesland ist.

00:00:43: Sieht alles so schön aus.

00:00:45: Ich sehe das hinten Silo abgedeckt.

00:00:47: Wollen wir hier bleiben oder wo man was sehen kann?

00:00:49: Wir können da hinten gehen, zu den Kühen.

00:00:51: Oh, Kühe habt ihr.

00:00:52: Unfassbar, wie mich dieser Fakt nach fast 50 Folgen Stadt Landku

00:00:57: immer noch überraschen kann.

00:00:58: Also führt mich Marike in den Stall, in dem 120 Milchkühe stehen sollen.

00:01:03: Das sieht für mich aber erst mal nach weniger aus.

00:01:06: Guck ich mir mal kurz den Stall an.

00:01:08: Ach, jetzt um die Ecke, deswegen 120.

00:01:10: Dachte, wo sind sie denn?

00:01:11: Ja, hier sind noch die meisten.

00:01:13: Aber diese Kuhbürste wird schon wieder genutzt.

00:01:16: Da hinten ist auch nur eine, da hinten an der Wand siehst du die?

00:01:19: Ja, und hier ist so ein Futterschieber oder der mischt der auch.

00:01:22: Nee, der schiebt das Futter ran.

00:01:24: Jede Stunde schiebt er das ein paar Zentimeter weiter ran.

00:01:27: Hat er sich verfahren hier?

00:01:29: Nee, der hat schon seine Route, der hat seine Punkte im Boden.

00:01:32: Da sind Sensoren im Boden.

00:01:33: Boah, da sieht man die?

00:01:34: Nee, die sieht man nicht.

00:01:35: Das ist ein ganz kleines Loch und da ist so ein Stab drin.

00:01:37: Und an denen orientiert er sich.

00:01:38: Da war doch direkt schon das heutige Stichwort "Sensor".

00:01:42: Da kann mir Marike gleich mal erklären, was das ist

00:01:45: und warum sie sich mit dem Thema besonders gut auskennt.

00:01:48: Zumindest wenn mich der freche Futterschieber nicht umrast.

00:01:51: Fahr weg jetzt hier, fahr doch eine Kurve.

00:01:53: Ja, da hält ich jetzt gleich an.

00:01:54: So ein Futterschieber kenn ich.

00:01:55: Ich habe auch irgendwie mal gehört, dass Halsbänder auch Daten verarbeiten.

00:01:59: Also so Technik auf dem Hof ist schon jetzt weiterverbreitet,

00:02:02: als dass so in diesem Bauausfrau auf dem Schemel

00:02:05: so noch das alte Bild verbreitet ist.

00:02:07: Aber was soll denn Sensortechnik sein?

00:02:08: Sensortechnik, ich habe meine Bachelorarbeit zu dem Thema geschrieben.

00:02:12: Also daher könnte man sagen, dass ich mich da intensiver mit beschäftigt habe.

00:02:16: Und ein Sensor misst irgendwas?

00:02:18: Genau, meistens Bewegungen, wie beispielsweise das Wiederkauen,

00:02:22: was bei uns ausschlaggebend ist, um eben sagen zu können,

00:02:25: ist eine Kuh gesund oder geht es ihr gut?

00:02:27: Die ist gesund, was macht die denn?

00:02:29: Ja, guck mal, die ist ganz gesund, die ist heute ganz verliebt.

00:02:32: Die will gesund auf die andere Kuh drauf.

00:02:34: Das ist einfach der Timo Effekt.

00:02:36: Egal wo ich hinkomme, herrscht Liebe.

00:02:38: Und mit Marike's Wundertechnik ist diese Liebe sogar messbar.

00:02:43: Ja, die ist zum Beispiel heute ganz verliebt, die ist brünstig.

00:02:45: Die ist ganz lieb.

00:02:47: Das würde mir der Sensor jetzt auch sagen, also hat er ja schon heute gesagt.

00:02:52: Welcher Sensor hat das gesagt denn?

00:02:53: Es gibt Sensoren, die kann man noch am Fuß anbringen.

00:02:56: Es gibt Sensoren, die kann man im Ohr anbringen.

00:02:59: Es gibt Sensoren, die beobachten die Kuh visuell.

00:03:02: Da gibt es ganz viele Möglichkeiten.

00:03:03: Bei uns haben sie einen am Ohr und einen eben am Hals.

00:03:06: Verschiedene Sensoren mit verschiedenen Funktionen, wohlgemerkt.

00:03:09: Der am Hals ist für den Roboter.

00:03:11: Der Roboter weiß die Kuh Nummer 815.

00:03:14: Ja.

00:03:15: Steht dann jeder Kuh dran, welchen Nummer sie hat.

00:03:17: Und unten dieses Blaue ist der Sensor?

00:03:18: Da ist er unten, ist der Sensor.

00:03:20: Daran wird die Kuh erkannt im Roboter.

00:03:22: Und der Roboter weiß, du warst meinetwegen sechs Stunden in Abwesenheit.

00:03:26: Und da ist jetzt gemolken werden.

00:03:28: Und der Sensor am Ohr ist dann demzufolge der Sensor für die Verliebten.

00:03:33: Und woher weiß der Sensor am Ohr, dass die Kuh verliebt ist?

00:03:36: Das ist dann der Sensor, worüber ich meine Bachelor-Balt geschrieben habe.

00:03:39: Also daher weiß ich das so genau.

00:03:40: Das ist ein 3D-Sensor, der da drin ist.

00:03:42: Also der kann nicht nur horizontal und vertikale Bewegungen,

00:03:45: sondern eben auch das Dreidimensionale aufzeichnen.

00:03:48: Und die Kuh, jetzt, was wir gerade gesehen haben, die ihr so verliebt ist,

00:03:52: hat heute eben eine überdurchschnittliche Bewegung.

00:03:55: Also sie hat nicht ihren normalen Bewegungsablauf,

00:03:57: sondern ist heute überdurchschnittlich aktiv,

00:03:59: weil sie eben hier auf der Suche nach einem Partner ist

00:04:01: und können dann dementsprechend wieder besamt werden, um ihr nächstes Kalk zu bekommen.

00:04:06: Daum ist es eben für uns wichtig, dass wir erkennen, dass die Kuh brinstig ist.

00:04:09: Beim Wiederkauen, wo ist der Sensor da im Magen?

00:04:12: Nein, bei uns ist er hier auch am Ohr.

00:04:13: Und das ist eben auch, wenn die Kuh wieder kaut, da bewegt sich ja der Kiefer, also der Mund.

00:04:18: Ah!

00:04:19: Und da ist eben auch das Ohr mit in Bewegung.

00:04:21: Kannst jetzt ja sehen, wenn die frisst, der Kopf bewegt sich.

00:04:23: Ja.

00:04:24: Und wenn sie dann eben nicht frisst, dann kriege ich sofort eine Meldung,

00:04:27: diese Kuh ist wahrscheinlich krank und dann muss ich hin und einmal gucken,

00:04:30: woran kann es liegen, hat sie Fieber oder hat sie andere Probleme?

00:04:33: Und wie lange muss sie dafür nicht fressen,

00:04:35: weil wenn sie jetzt einfach nur aufhört, ist sie ja nicht sofort krank, ne?

00:04:37: Genau, das sind schon so ein paar Stunden, die dann die Kuh ausfällt und dann wird alarm geschlagen.

00:04:42: Also, dass ich mich heute mit krasser Technik befassen werde, darauf war ich eingestellt.

00:04:47: Aber dass diese Technik auch die Zukunft vorhersagen kann, das geht ja auf keine Kuhhaut.

00:04:51: Meistens ist es so, dass dieser Alarm so früh kommt, dass die Kuh dann selber noch gar nicht weiß, dass sie krank ist.

00:04:56: Das ist eben der Vorteil davon.

00:04:58: Ich gehe dann schon mal hin und messe vielleicht die Temperatur oder untersuche andere Sachen.

00:05:02: Und dann weiß ich schon, dass die Kuh krank ist, aber sie selber bekommt das gar nicht mit.

00:05:06: Nicht mitbekommen, dass man selber krank ist.

00:05:09: Herrlich!

00:05:09: Das klingt ja sehr, sehr praktisch für die Kuh.

00:05:12: Aber natürlich auch ein kleines bisschen für die Landwirtinnen und Landwirte.

00:05:16: Der Hauptnutzen ist eben, dass wir schon eher dran sind an der Kuh und wir sie schon dementsprechend behandeln können.

00:05:22: Oder auch wenn sie krank ist, dass wir enorm schnell da sind, um sie auch zu schützen,

00:05:27: bevor sie viel, viel schlimmer krank wird und den Krankheitsverlauf eben aufhalten können.

00:05:31: Ja, Produktivität der Kuh, dass sie einfach ihre Leistung bringt.

00:05:34: Und wenn ich jetzt aber an das Tierwohl der Kuh denke, würde ich sagen, wenn sie nicht krank sein, muss sie sich auch schön.

00:05:39: Richtig, also das hat was mit Tierwohl zu tun.

00:05:41: Genau, jede Kuh, die nicht krank ist, ist es umso besser.

00:05:44: Und das hat auch mit dem Thema Antibiotika zu tun, wie mir Marie geferert.

00:05:48: Wenn eine Kuh frühzeitig mit Entzündungshelmern behandelt werden kann, spart man sich den Antibiotika-Einsatz.

00:05:54: Das hat gleich mehrere Vorteile auf einmal.

00:05:56: Weil man damit auch Kosten einsparen kann, aber auch ja B, die ganze Milch, die ich dann eventuell verwerfen müsste.

00:06:03: Weil der Antibiotika, da muss ich die Milch sperren, die kann man nicht verkaufen zur Molkerei, dort ist dann Hemmstoff drin und kann eben die Molkerei tatsächlich kein Käse machen.

00:06:12: Die ist einfach nicht zur Verarbeitung dann geeignet, das heißt, sie wird abgeleitet.

00:06:16: Und ja, das ist natürlich für uns auch ein großer Kostenfaktor und das ist eben auch der Vorteil dann von so einer Früherkennung, dass man eben so früh dran ist.

00:06:23: Okay, welche Sensoren es gibt, wissen wir.

00:06:26: Welche Marike, wofür benutzt, wissen wir.

00:06:28: Warum sich das mit der Sensortechnik lohnt, wissen wir auch.

00:06:32: Aber wie funktioniert das jetzt eigentlich?

00:06:34: Der Sensor nimmt Bewegungsdaten wahr und dann?

00:06:36: Der schiebt das in der Cloud und die Cloud hat das dann immer gespeichert.

00:06:40: Dann haben wir einmal auf dem PC die Daten, aber eben auch in der App auf dem Handy und da gibt es auch dann laufen Push-Nachrichten tatsächlich.

00:06:46: Das ist eben auch der Vorteil, dass man immer dran ist.

00:06:49: Also, das Nachteil, ich will doch nicht mal Push-Nachrichten bekommen.

00:06:52: Kann man so oder so sagen.

00:06:53: Man kann auch einige Sachen sagen, okay, habe ich wahrgenommen, aber muss ich jetzt gerade nicht hinterher.

00:06:59: Und er pusht auch nachts?

00:07:00: Er pusht immer, ja.

00:07:01: Aber du musst es nicht immer direkt sehen.

00:07:02: Nein, genau, das sind Sachen, die man eben auch dann lernt.

00:07:05: Wenn ich jetzt eine Brunst angesagt bekomme, wie die beiden da, dann sage ich, okay, habe ich registriert.

00:07:09: Ist für morgen wichtig zum Beispiel.

00:07:11: Oh je, da könnte man sich ja schon fast Sorgen machen, ob unsere lieben Landwirte noch zu echten Smombies werden, wie die Eltern unter euch sagen würden.

00:07:20: Das ist tatsächlich so, wenn man morgens im Bett aufwacht, man nimmt erstmal das Handy und checkt da schon mal die Lage, ob man sich jetzt noch mal fünf Minuten umdrehen kann oder ob ich schon raus rennen muss, weil drei Kühe krank sind.

00:07:29: Also da steht man schon anders auf, wenn man schon mal das morgen abcheckt.

00:07:32: Na gut, und andere sind morgens direkt bei Instagram.

00:07:35: Aber ohne Klischees bedienen zu wollen, stelle ich mir bei diesem ganzen Thema schon die Frage, macht das ländliche Netz diesen ganzen Daten-Austausch immer mit?

00:07:43: Ja, doch.

00:07:44: Tatsächlich ist das bei uns hier, ihr seid ja hierher gefahren, wir sind ziemlich in Dorflagen hier tatsächlich.

00:07:48: Das ist alles okay.

00:07:50: Das mobile Netz ist natürlich, wenn du das nicht immer verfügbar hast, aber du gehst ja auch ein paar mal irgendwie ins Haus oder ins Stallbüro, da hast du immer deinen WLAN, was dann wieder einmal aktualisiert.

00:07:58: Also das ist denke ich kein Problem.

00:08:00: Wieder eigentlich schäbeendet und abgehakt.

00:08:02: Und wenn wir schon mal dabei sind, Dinge abzuhaken, ich möchte unbedingt noch mal die andere

00:08:07: volle Recke des Stahlzehnen.

00:08:09: Da wo scheinbar die coolen Kühe abhängen.

00:08:11: Auf dem Weg erzählt mir Marike, wer hier eigentlich noch so arbeitet.

00:08:15: Hier ist noch mal Partner Heiner, mit dem bewirtschaftlich gemeinsam hier den Betrieb

00:08:19: und dann haben wir noch einen fest angestellten Mitarbeiter.

00:08:22: Das ist der René, der ist schon seit fünf Jahren bei uns.

00:08:25: Der hat hier seine Ausbildung gemacht und ist dann bei uns geblieben.

00:08:29: Schön, das sind die Macroboter.

00:08:30: Wie so sind die alle hier, könnten die auch noch da vorne gehen, die Kühe?

00:08:33: Ja, das ist tatsächlich ein Phänomen, dass wir selbst auch nicht verstehen.

00:08:36: Wenn ich jetzt cool wäre, würde ich dahin gehen, wo ein bisschen mehr Ruhe ist.

00:08:38: Ja, ich auch.

00:08:39: Ach, hier läuft das Radio, ja.

00:08:40: Vielleicht muss demnächst hier Podcast angemacht werden.

00:08:42: Wenn ich hier laufe und deine Folge onnest, dann sind die Kühe hin und weg.

00:08:46: Zumindest die Zahl an brünstigen Kühen sollte schlagartig hochgehen.

00:08:49: Da wird Marike's App aber so richtig blinken oder bimmeln oder was macht ihr eigentlich

00:08:55: die App?

00:08:56: Soll ich sie zeigen?

00:08:57: Ja, gerne.

00:08:58: Wie bei Pokémon, wenn man so guckt, wie der Verlauf gerade ist.

00:09:01: Hier gibt's dann die Balken.

00:09:02: Wiederkäuen ist hier blau, grün ist fressen, gelbe ist nicht aktiv, orangisches aktiv

00:09:07: und rot ist hohe Aktivität.

00:09:09: Das ist jetzt die Kuh Nummer 42.

00:09:10: Ach so, das ist alles eine Kuh.

00:09:11: Und das ist jetzt jede Stunde, hat einen Balken hier.

00:09:13: Da unten siehst du, 13 Uhr, 12 Uhr, 11 Uhr.

00:09:16: Ja.

00:09:17: Genau, und jetzt hab ich hier da, hab ich ihr Schmerzmilk gegeben.

00:09:20: Und jetzt siehst du mal, dann hat die sie ein bisschen Bauchschmerzen.

00:09:23: Dann geht's los, wiederkäuen.

00:09:24: Genau, und jetzt siehst du hier, wie sie da wieder durchstartet.

00:09:26: Also da hat sie ja ganz viel gelb, ganz viel nicht aktiv.

00:09:29: Da lag sie einfach da und hatte Bauchschmerzen.

00:09:32: Und jetzt hab ich hier was gegeben und zack.

00:09:34: Und das gab eine Pushnachricht, oder wie bist du darauf gekommen?

00:09:36: Genau.

00:09:37: Und jetzt können wir mal gucken, die Damen, die wir gerade da hinten gesehen haben, das

00:09:40: sind hier die Brunsthinweise.

00:09:42: Brunsthinweise.

00:09:43: Hohe Aktivität.

00:09:44: Also die ist ganz viel heute am Flitzen hier.

00:09:47: Die ist verliebt, haben wir ja so.

00:09:48: Genau, die ist ganz schön verliebt.

00:09:49: Siehst du, das sieht ganz anders aus als bei der anderen gerade.

00:09:52: Erinnert mich irgendwie an Fitness-Apps bei uns Menschen.

00:09:55: Er misste meine Bewegung und sagt mir dann, ob ich heute sehr aktiv oder eher geht so

00:09:59: aktiver.

00:10:00: Das Prinzip wirkt erstmal ganz simpel.

00:10:03: Aber natürlich muss man sich ja in alles Neue erstmal reinarbeiten und schafft man das

00:10:07: neben dem anstrengenden Arbeitsalter überhaupt oder braucht es eigentlich ein halbes IT-Studium

00:10:12: dafür?

00:10:13: Nein, das ist alles.

00:10:14: Wenn man sich dafür entscheidet, eines der Systeme, die es am Markt gibt zu kaufen,

00:10:17: dann wird man eben auch von der Firma dann gut eingeleitet.

00:10:20: Gibt auch ständig mal irgendwo Fortbildungen oder abends irgendwelche Online-Workshops

00:10:24: für Anstaltungen.

00:10:25: Vielleicht ist es doch nur gerade bei uns so, weil wir ja auch damit aufwachsen.

00:10:28: Das Handy hat man eh immer am Mann.

00:10:30: Also wenn man kein Handy dabei hat, ist man auch nicht erreichbar.

00:10:33: Man hat ja irgendwie das Handy immer am Mann.

00:10:35: Und so eben auch die App und die Kühe auch.

00:10:37: Ok, studiert haben muss man dafür also eigentlich nicht.

00:10:41: Aber Marike hat ja nun mal ihre Bachelorarbeit rüber geschrieben.

00:10:44: Tatsächlich passte das gerade mit dem Zeitraum, dass ich im Thema suchte für meine Bachelorarbeit,

00:10:49: was ich gesagt habe, dann würde ich gerne über sowas schreiben.

00:10:52: Ja.

00:10:53: Ich habe das dann so ein bisschen untersucht und habe dann festgestellt, dass es ein gutes

00:10:56: System ist.

00:10:57: In dem Betrieb, wo ich das gemacht habe, lief das System auch erst drei Jahre.

00:11:01: Dann haben wir eben zurückgeguckt, wie war es ohne, wie war es dann mit.

00:11:04: Und die konnten beispielsweise schon eine Antibiotika-Reduktion feststellen, also dass

00:11:09: sie weniger Antibiotika einsetzen mussten, bei verschiedensten Krankheiten bei den Kühen.

00:11:13: Und dann haben wir das eben mit den Robbentern zusammen dann gekauft.

00:11:16: Also sind wirklich von Nulltechnik auf volle Technik jetzt hier gegangen.

00:11:20: Beim Thema von Null auf 100 interessiert mich aber gerade nochmal die Null.

00:11:24: Weil irgendwie muss man das überwachen von 120 Kühen doch auch früher hinbekommen haben.

00:11:29: Vor zwei Jahren hatten wir das auch noch alles nicht.

00:11:32: Da haben wir auch noch alles visuell gemacht.

00:11:34: Zum Beispiel die beiden oder die drei Verliebten da hinten, die hast du auch erkannt.

00:11:38: Also dass die was anderes machen als andere Kühe.

00:11:41: So hat man das eben früher gemacht.

00:11:43: Man muss ja gucken gehen.

00:11:44: Genau, man läuft heute immer noch mit den Augen durch den Stall.

00:11:47: Man weiß dann, dass sie brünzig ist, aber wir können auch sagen, wann muss sie besamt werden.

00:11:52: Also es gibt einen Besamungszeitpunkt.

00:11:54: Das kann ich eben mit so einer Technik dann noch präziser sagen.

00:11:57: Manchmal sind es auch nur so ganz subklinische Sachen, nennt man das.

00:12:00: Also die kommen nur so schleichend.

00:12:02: Da ist das System dann schon eher dran und sagt, hey die Kuh frisst nicht mehr so wie gestern oder wie vorgestern.

00:12:08: Gucken wir mal danach.

00:12:09: Also akut erkennst du immer.

00:12:10: Akut, ich würde es doch erkennen.

00:12:11: Ach, weiß ich nicht.

00:12:12: Also wenn der Kuh akut krank ist und das Bein gebrochen ist, dann erkennst du das.

00:12:15: Abes Bein würde ich erkennen, aber subklinisch erkenne ich auch nicht.

00:12:19: Was ich jetzt auf jeden Fall erkennen ist, wie die Technik akut helfen kann.

00:12:22: Bleibt noch die Frage, helfen die Sensoren auch bei mehr Nachhaltigkeit.

00:12:26: Da kann ich jetzt natürlich das anwenden, was ich bei Dr. Birte in Folge 43 gelernt habe.

00:12:32: Die vier Dimensionen von Nachhaltigkeit.

00:12:35: Zur Wiederholung, Stifte raus, Ökonomie, Ökologie, Soziales und Tierwohl.

00:12:40: Wie die Sensoren beim Tierwohl helfen, hatten wir ja schon.

00:12:43: Die Kühe sind weniger oder kürzer krank.

00:12:45: Fehlen noch die anderen drei.

00:12:46: Soziales kann sein, die Mitarbeiter werden entlastet, weil sie nicht ständig hier rumlaufen müssen und gucken müssen.

00:12:50: Ja.

00:12:51: Ökonomisch erstmal, das Geld, es scheint ja die Effizienz zu steigern.

00:12:54: Genau, den Medikamenten-Einsatz und auch die Effizienz in der Milchleistung beispielsweise.

00:12:59: Ökologisch, ja wir müssen jetzt nicht mehr so viel Milch wechseln zum Beispiel.

00:13:02: Ökologisch, ja, muss man sich ja schon Gedanken machen, wo diese Stoffe alle bleiben.

00:13:06: Im Zweifel im Boden meinst du.

00:13:07: Genau.

00:13:08: Tada, Anwendungsteil bestanden.

00:13:10: *Applaus*

00:13:12: Rieha!

00:13:13: Hört doch auf.

00:13:15: Super!

00:13:15: Setzt euch wieder hin.

00:13:16: Ah, ihr seid ja verrückt.

00:13:18: Und während wir so unseren Rückweg durch den Lehrerinnen scheinbar unkuhlen Teil des Steils antreten,

00:13:24: kommt Mariko und mir noch eine bahnbrechende Idee für die Zukunft der Sensoren.

00:13:28: Hier ist es deutlich ruhiger und hier sind die Kühe aber nicht.

00:13:30: Das wäre zum Beispiel was, was die uns die Technik dann sagen könnte.

00:13:33: Was denken diese Kühe jetzt?

00:13:35: Ich könnte Gedanken lesen.

00:13:36: Genau, das wäre natürlich noch ein Fortschritt.

00:13:37: Auch wenn das natürlich ein sehr erheiternder Gedanke ist,

00:13:40: kommen wir doch nochmal kurz zurück in die Realität.

00:13:43: Und zu den echten Entwicklungen im Bereich Sensortechnik.

00:13:46: Das Thema geht schon weiter, gerade auch Richtung KI.

00:13:49: Genau, es gibt eben auch Sensorsysteme, die dann sagen, die Kuh hat Verhaltensmuster XY,

00:13:54: dann könnte sie eine Mastitis haben.

00:13:56: Also es gibt schon eine Empfehlung raus,

00:13:58: geh mal hin und schau, ob das Euter in Ordnung ist.

00:14:00: Oder geh mal hin und schau, ob der Stoffwechsel-Lage in Ordnung ist.

00:14:04: Dass du nicht mehr selber filtern musst, was könnte es jetzt sein,

00:14:07: sondern dass du schon gezielter hingehen kannst und das System dir sagt,

00:14:10: die Kuh will ich weiß nicht, der Kot ist ein bisschen flott.

00:14:12: Der Kot ist ein bisschen flott.

00:14:14: Vielleicht hat die ein bisschen Durchfall, schau mal nach.

00:14:16: Das sag ich doch, oh Gott.

00:14:18: Der hast du mir gesagt mal fröhlich gemacht.

00:14:21: Zugegeben, das geht bei mir aber auch sehr, sehr leicht.

00:14:24: Und wo wir schon mal bei Fekal-Themen sind,

00:14:26: eine clevere Frage zu Sensor, App und Co.

00:14:29: Habe ich noch auf Lager.

00:14:30: Was machst du, wenn jetzt das Handy ins Klo fällt und der Laptop geht auch kaputt?

00:14:34: Ja, dann habe ich ja meinen Benutzerkonto und die Cloud.

00:14:39: Und da ist alles draufgespeichert.

00:14:42: Müssen wir ja abgesichert sein.

00:14:43: Na gut, damit sind alle meine restlichen Bedenken geklärt.

00:14:46: Ich kann den Hof ganz beruhigt Marike, Heiner und den Sensoren überlassen.

00:14:50: Vor allem, nachdem mir Marike noch mal beweist,

00:14:53: dass sie auch ganz ohne App und Co. klarkommen würde.

00:14:56: Ja, unsere Kühe zum Beispiel haben auch alle Namen.

00:14:58: Aber du kannst die nicht alle.

00:15:00: Doch.

00:15:00: Ach, nicht alle 120.

00:15:02: Doch.

00:15:02: Ach, Quatsch.

00:15:03: So, wie heißt die?

00:15:04: Teeblume.

00:15:05: Mitte?

00:15:05: Teeblume.

00:15:06: Teeblume?

00:15:07: Mhm.

00:15:07: Ist doch kein Name.

00:15:08: Daneben steht Luletta.

00:15:10: Das ist ein Name.

00:15:10: Wie so heißt die Teeblume?

00:15:12: Hat das einen Grund?

00:15:12: Ja, ihre Mama hat auch ein Anfangsbuchstab mit Tee.

00:15:16: Die heißt Tara tatsächlich.

00:15:17: Da muss natürlich Teeblume nehmen.

00:15:18: Richtig.

00:15:20: Okay, drei von 120 Namen hätten wir.

00:15:22: Dann mal weiter.

00:15:23: Spaß.

00:15:24: Diese Leistungskontrolle spar ich mir.

00:15:26: Beende die Leereinheit für heute und mache mich vom Acker.

00:15:29: Für dich und deine Sensortechnik und für deine Teeblume.

00:15:33: Und für die Verliebten dahinten.

00:15:34: Morgen früh alles Gute.

00:15:35: Ja.

00:15:36: Und auch hier habe ich schon bei Gesar gesagt.

00:15:39: Manchmal frage ich mich, was kenne ich noch nicht auf dem Hof?

00:15:42: Also, nicht, dass ich mir alles merke,

00:15:43: aber ich habe ja viele schon mal gesehen.

00:15:44: Das war zu wieder neu für mich.

00:15:45: War cool.

00:15:46: Danke dir.

00:15:47: Super.

00:15:47: Super, wenn natürlich auch,

00:15:48: wenn ihr bei den nächsten Folge wieder dabei seid.

00:15:51: Stadtland Kuh bis dahin fleißig weiter empfehlt

00:15:53: und uns eine flotte Bewertung hinterlasst.

00:15:55: Bis dahin.

00:15:56: Tschüssi.

00:15:57: Stadtland Kuh.

00:15:59: Eine Produktion von Leichland-Niedersachsen.

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